Weder sei eine Verantwortung gegenüber vergangenen noch gegenüber zukünftigen Generationen, oder gegenüber fremden und entfernten Kulturen thematisch gewesen, da die menschliche Arbeit mit vormoderner Technik nicht über derartige Handlungsreichweiten in Raum und Zeit verfügte. Mit dem Wandel der Technik müsse die Ethik zur „Fernstenliebe“ erweitert werden. Vor diesem Hintergrund formuliert Hans Jonas an Kant anknüpfend einen neuen ethischen Imperativ, der auch als „ökologischer Imperativ“ bekannt ist:
„Handle so, dass die Wirkungen deiner Handlung verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden.“
Quelle: H. Jonas, Das Prinzip Verantwortung, (1979) Suhrkamp (2020)
Was heißt eigentlich nachhaltig? Zunächst denkt man bei „Nachhaltigkeit“ an nachwachsende Rohstoffe und daran, weniger zu verbrauchen als in absehbarer Zeit nachwachsen kann. Obgleich dieses Verständnis der Nachhaltigkeit, ursprünglich im 18. Jahrhundert aus der Forstwirtschaft stammend, früher wie heute gilt, wurde der Nachhaltigkeitsbegriff des
21. Jahrhunderts umfassend erweitert und hält Einzug in alle Bereiche des Lebens und der Wirtschaft.

Saubere Flusslandschaften, hier die Buckau in Brandenburg, sollten frei
sein von anthropogen Spurenstoffen
Nichtdestotrotz ist heutzutage das Verständnis der Nachhaltigkeit vieler Menschen von Irrtümern geprägt. Markus Vogt benannte und diskutierte in seinem Artikel Ethik der Nachhaltigkeit: Eine Analyse der häufigsten Irrtümer eine Reihe logischer Defizite des Nachhaltigkeitsbegriffs und mögliche Auswege daraus.
Quelle: https://doi.org/10.1691/pn.20250003 *Markus Vogt ist Inhaber des Lehrstuhls für Christliche Sozialethik der Ludwig-Maximilians-Universität München
Einige wichtige Punkte werden im Folgenden benannt:
- Nachhaltigkeit meint die gleichwertige Berücksichtigung von ökologischen, sozialen und ökonomischen Faktoren (Säulen).
- Nachhaltigkeit meint die Autarkie eines Gleichgewichtssystems, das nicht mehr Ressourcen verbraucht, als nachwachsen.
- Nachhaltiges Wachstum ist der entscheidende Weg zur ökonomischen Implementation des Konzeptes.
- Durch mehr Partizipation der betroffenen Bevölkerungsgruppen kann die Zustimmung zum Konzept der Nachhaltigkeit garantiert werden.
- Künftige Generationen haben das gleiche Recht auf Ressourcen.
- Arme Länder brauchen zuerst Wohlstandsentwicklung, um sich dann Umweltschutz leisten zu können.
- Der Begriff Nachhaltigkeit sollte vor dem Hintergrund seines inflationären Gebrauchs vermieden werden.
Eine Möglichkeit, die von Markus Vogt angesprochene Beliebigkeit des Nachhaltigkeitsbegriffes zu adressieren, ist es, konkrete Nachhaltigkeitsziele zu formulieren. So haben die Vereinten Nationen bereits im Jahr 2015 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) formuliert.
Arzneistoff-Reste in der Umwelt
Ein zentrales Problem bezüglich der Nachhaltigkeit der pharmazeutischen Industrie ist die Langzeitstabilität der Wirkstoffe. Auf den ersten Blick scheinen hochwirksame und stabile Wirkstoffe doch eine gute Sache zu sein.
Eine kürzliche Studie zu Arzneimittelrückständen in Gewässern zeigte in diesem Zusammenhang ein erschreckendes Ergebnis: An 1052 Standorten in 104 Ländern weltweit konnten in 43 % der Proben für mindestens einen Wirkstoff ökologisch bedenkliche Konzentrationen nachgewiesen werden.
Quelle: https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2113947119.

Schema: Arzneimittelrückstände und ihr Weg in die Umweltkompartimente
In einem Kommentar im Journal Nature Sustainability wurde daher von einer Vielzahl an Autoren diskutiert, weshalb Arzneimittel stärker unter Umweltgesichtspunkten entwickelt werden sollten und welche Strategien dafür notwendig sind. Denn gesellschaftlich ist es nicht vermittelbar, dass Arzneistoffe, wenn auch nur in Spuren, im Trinkwasser enthalten wären.
Quelle: https://www.nature.com/articles/s41893-024-01374-y.
Viele Wirkstoffe würden unverändert oder nur teilweise verstoffwechselt wieder ausgeschieden und gelangen so in die Umwelt. Ihre pharmakologischen Eigenschaften, darunter die hohe chemische Stabilität, gute Bioverfügbarkeit und lange Halbwertszeiten im Blut, begünstigen ihre Umweltpersistenz und haben mögliche Langzeitwirkungen auf ganze Ökosysteme zur Folge. Bereits geringste Konzentrationen können die Entwicklung und das Verhalten von Tieren stören. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist die Feminisierung männlicher Fische durch Antibabypillen-Rückstände. Auch fördere die Freisetzung von Antibiotika in die Umwelt die Entstehung und Verbreitung von Genen für die Antibiotikaresistenz, was sowohl für die Menschen als auch für Wildtiere eine Bedrohung darstellt. Die Autoren fordern daher ein Umdenken hin zu einer Green Pharmacy und zu einem nachhaltigen Arzneimitteldesign. So sollen bereits in der frühen Wirkstoffentwicklung ökologische Eigenschaften berücksichtigt werden.
Um die Umweltbelastung zu senken, schlagen die Autoren einen multidimensionalen Ansatz vor, der mehrere Aspekte des Lebenszyklus von Wirkstoffen berücksichtigt:
- Nachhaltige Verschreibungspraxis: Medizinisches Personal sollte darin geschult werden, Umwelteffekte bei der Verschreibung zu berücksichtigen.
- Öffentliches Bewusstsein: Kampagnen sollen über die korrekte Entsorgung von Medikamenten aufklären, da vielen Verbrauchern die Umweltschäden unbekannt sind.
- Entwicklung umweltfreundlicherer Arzneimittel: Arzneimittel müssen in der Umwelt leichter abbaubar und Herstellungsprozesse sollen nachhaltiger werden. Jedoch sind strengere Regulierung und das Verursacherprinzip nötig, um diese Veränderungen durchzusetzen.
- Optimierung der Abwasserreinigung: Obwohl technische Lösungen (wie Ozonierung) existieren, sind sie teuer und weltweit wenig verbreitet. Zudem können dabei teils toxischere Abbauprodukte entstehen als die eliminierenden Wirkstoffe.
Die Autoren nennen zur Implementierung des nachhaltigen Medikamentendesigns drei Schlüsselansätze/-begriffe: Sustainable Molecular Design, Design for Degradation und Benign by Design.
Gleichermaßen muss das Problem der Arzneimittelrückstände in der Umwelt auch von der Seite der Abwasserreinigung angegangen werden.
Aufgabe: Sehen Sie sich dazu den Beitrag DARUM ist Hessen so dreckig – zu wenig Kläranlagen? des Hessischen Rundfunks auf YouTube an
Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=GinWEV9m0gY.
Die EU-weite Einführung der vierten Reinigungsstufe wurde im Rahmen der Neufassung der EU-Kommunalabwasserrichtlinie (KARL-Directive (EU) 2024/3019) beschlossen. Die Richtlinie trat am 1. Januar 2025 in Kraft und muss von den Mitgliedstaaten bis zum 31. Juli 2027 in nationales Recht überführt werden. Demnach wird eine vierte Reinigungsstufe für alle großen Kläranlagen (ab 150.000 Einwohnerwerten) sowie für kleinere Anlagen (ab 10.000 Einwohnerwerten) in ausgewiesenen Risikogebieten obligatorisch. Der Ausbau der Kläranlagen erfolgt schrittweise bis zum Jahr 2045:
- 31. Dezember 2033: Mindestens 20 % dieser Anlagen müssen mit der vierten Stufe ausgestattet sein.
- 31. Dezember 2039: Mindestens 60 % dieser Anlagen müssen die Anforderungen erfüllen.
- 31. Dezember 2045: 100 % der großen Anlagen müssen die vierte Stufe in Betrieb haben.
Ein Dilemma dieses Unterfanges zeigt sich jedoch bezüglich der Finanzierung. Bisher wurden die Kosten für die Abwasserreinigung über die kommunalen Abwassergebühren getragen. Die neue kommunale Abwasserrichtlinie sieht zur Finanzierung dieser Maßnahme jedoch die sogenannte Erweiterte Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility, EPR) vor. EPR basiert auf dem Verursacherprinzip und soll dafür sorgen, dass die Kosten der vierten Reinigungsstufe verursachergerecht finanziert werden. So soll die Bevölkerung voraussichtlich mit nur 20 % der Kosten an der vierten Reinigungsstufe beteiligt werden.
Zu den Kosten der vierten Reinigungsstufe mit Aktivkohle: Zwischen 2-20 Millionen Euro + jährliche Folgekosten.
Quelle: D. Asendorpf, So wird Abwasser nicht nur sauber, sondern rein, Die Zeit 04/2026.
Fallbeispiel: Per- und polyfluorierte pharmazeutische Wirkstoffe
Aufgabe: Lesen Sie einen aktuellen Artikel: Per-und polyfluorierte pharma-zeutische Wirkstoffe: Überblick und Alternativen
Quelle: J. Greinke, P. Mußler, G. Maack, M. Umarmung, M. Müller , G. Speichert, Nachhaltige Chemie und Pharmazie, Band 52, August 2026, 102416. https://doi.org/10.1016/j.scp.2026.102416
Fluoratome werden in der Wirkstoffentwicklung gezielt eingesetzt, um u.a. die metabolische Stabilität von Medikamenten zu erhöhen. Laut aktuellen Untersuchungen enthalten über 20 % der vermarkteten Wirkstoffe Fluoratome. Im Jahr 2018 lag die Zahl der fluorierten Wirkstoffe unter den von der Food and Drug Administration (FDA) neu zugelassenen Small Molecules bei 45 %.
Quelle: (1) https://www.alfa-chemistry.com/organo-fluoro-chem/reasons-and-status-of-organofluorine-compounds-as-drugs.html,
(2) https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32455181/).
2025 wurden ca. 37 neue Wirkstoffe (davon 10 Antikörper) in Deutschland zugelassen, darunter 11 Substanzen, die Fluoratome im Molekül enthalten.
Quelle: Pharmazeutische Zeitung 171 (2026) Supplement; Avoxa-Mediengruppe, Deutscher Apotheker.
Fallbeispiel: Narkotika
Die neue EU-Verordnung über fluorierte Treibhausgase verbietet voll- und teilfluorierte Kohlenwasserstoffe oder schränkt ihre Verwendung stark ein. Um das Klima zu schützen, wird jetzt erstmals das Narkosemittel Desfluran für obsolet erklärt. Es heizt den Treibhauseffekt ca. 2540 Mal so stark an wie CO2. Im Jahre 2014 gelangten etwa 960 Tonnen Desfluran in die Atmos-phäre, das entspricht ungefähr 2,4 Mill. Tonnen CO2.
Quelle: B. Osterath; Narkosemittel in der Atmosphäre, Nachr. Chem. 11 (2024).
Aus der Situation des Umgangs mit PFAS entspringt eine globale Sorge, dass mit der Synthese immer neuer Stoffe die planetaren Grenzen auf unserer Erde weiter gesprengt werden und somit die Kontrolle über all diese Verbindungen und deren Transformationen verloren gehen könnte.
Quelle: K.G. Steinhäuser, M. Große-Ophoff, Entlang planetarer Grenzen, Nachr. Chem. 70 (2022) 28-31.
Eigenständige Aufgabe: Recherchieren Sie Konzepte zur Etablierung oder Bewertung nachhaltiger Prozesse in der pharmazeutischen Industrie.
Systeme und Methoden von Nachhaltigkeitsbewertungen
Quelle: https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-658-44579-9_8
KIT Methodensammlung zur Nachhaltigkeitsbewertung Quelle: https://www.iip.kit.edu/downloads/Methodensammlung%20zur%20Nachhaltigkeitsbewertung.pdf
12 Principles of Green Chemistry Quelle: https://www.acs.org/green-chemistry-sustainability/principles/12-principles-of-green-chemistry.html
Aber würde das reichen angesichts der großen Risiken der vielen schon vorhandenen Substanzen mit möglichen Wirkungen auf z.B. Hirn, endokrine Systeme oder andere Organe (bei Mensch und Tier)?
Ethisch ist der utilitaristische Ansatz des Nutzens der PFAS zu hinterfragen und uns klar vor Augen zu führen: Wer mit Produkten Geld verdient, aber wissentlich die Risiken und mögliche (Langzeit)-Schäden deren Anwendungen vertuscht, verharmlost oder gar leugnet, handelt unethisch, weil er den Menschen ein Risiko aufbürdet, von dem die meisten Anwender nichts wissen und somit ihr Einverständnis nie geben können.
Könnte sich dies ändern, wenn auf jeder Trinkflasche stehen würde: Vorsicht! Kann TFA enthalten? Denn mittlerweile ist Trifluoressigsäure (TFA) fast überall in Lebensmitteln und Wasser nachweisbar.
Der deontologische Ansatz für ChemikerInnen und PharmazeutInnen könnte also lauten: Solange wir nicht gesichert wissen, dass die Risiken dieser PFAS-Gruppe unbegründet und niedrig sind, sollten wir diese Stoffe nicht weiter herstellen. Vielmehr sollte unsere ganze Aufmerksamkeit auf der Forschung und Entwicklung liegen, um mögliche Ersatzstoffe zu finden, die zumindest über Advanced Oxidation Processes abbaubar und deren Transformationsprodukte unbedenklich wären. Dies sollte als eine Pflichtaufgabe der Berufsgruppe und der Unternehmen gelten können, die verantwortlich sind für das Design, die Herstellung und Anwendung chemischer Produkte weltweit.
Annahmestellen für Rest-Pharmaka?
Genau wie für entleerte Batterien oder Altölen, für die es Sammelstellen und Spezialcontainer gibt, könnte man auch abgelaufene oder ungenutzte pharmazeutische Produkte sammeln und dann sicher entsorgen. Damit könnte jede PatientIn einen Beitrag zum Umweltschutz liefern und die gesellschaftlichen Gesamtkosten senken. Einzelne solcher Projekte in verschiedenen Bundesländern wurden aber flächendeckend nicht aufgegriffen.
Buchtipp zum Thema Abfall: Roman Köster, Geschichte des Mülls, Beck 2024
In der Vormoderne waren Abfälle vor allem ein praktisches Problem. Sie lagen herum, rochen schlecht und behinderten den Verkehr. Im Zuge des starken und weltweiten Städtewachstums seit dem späten 18. Jahrhundert stieg die Aufmerksamkeit für durch Abfälle erzeugte hygienische Probleme, die die Ausbreitung von Typhus oder Cholera begünstigten. Heute hingegen ist der Müll von einer Frage städtischer Sauberkeit zu einem globalen Umwelt-problem geworden. In seiner Globalgeschichte des Mülls von der Frühgeschichte bis heute geht Roman Köster den Ursachen dieser Entwicklungen nach und zeigt, wie sich das Wegwerfen, Entsorgen und Wiederverwerten im Lauf der Geschichte verändert hat. Denn der Müll und der Versuch, ihn zu beseitigen, prägten das Gesicht der Siedlungen und Städte sowie das Leben ihrer Bewohner – von der Steinzeit bis heute.
Produktionsbedingungen in Drittländern
Viele Arzneistoffe und Wirkstoffe werden in Asien hergestellt. Allerdings sind dort, ähnlich wie in der Textilbranche, die Arbeitsbedingungen häufig schlecht und die Umweltauflagen gering. Für uns als Verbraucher ist das ein ethisches Problem: die Preise sind durch die beschriebenen Bedingungen geringer und damit „verstricken“ wir uns in ein Dilemma: Arzneimittel zu guten Preisen, aber aus „schlechter“ Produktion. D.h. unter sozialen und ökologischen Bedingungen, die als unmoralisch gelten müssen, da sie weder sozial gerecht (Billiglohn) noch nachhaltig sind. Denn:
Sorgen die Pharmakonzerne im Ausland für gute Qualität und unter welchen Arbeits- und Umweltbedingungen werden die Medikamente produziert? Auf eine Befragung erhielt die Stiftung Warentest nur spärliche Antworten der Hersteller.
Quelle:https://www.test.de/Produktion-von-Medikamenten-Das-Schweigen-der-Pharmabranche-5901600-0/
Fallbeispiel Rationaler Antibiotikaeinsatz
Antibiotika sind wichtige Wirkstoffe zur Heilung von bakteriellen Erkrankungen aller Art. Ein unvernünftiger oder auch unbegründeter Einsatz von Antibiotika führt zu Antibiotikaresistenzen und gefährden zukünftige Therapieerfolge. Experten weltweit sehen in der Antibiotika-Resistenz und der weiteren Verbreitung multiresistenter Keime eine der größten Bedrohungen für die Gesundheit der Menschen.
Gleichzeitig müssen wieder neue Ressourcen verbraucht werden, um wirksamere Antibiotika neu zu entwickeln.
Aus dieser rationalen Anwendung ergeben sich eine Reihe medizinethischer Herausforderungen, wie z.B. die oben beschriebene Risikoabwägung.
Zusätzlich zu Antibiotika in der Umwelt können Sie lesen:
Quelle: https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/arzneimittel/faq-antibiotika-antibiotikaresistenzen-in-der Umwelt
Fazit: Ein Dilemma in der Pharmazie ist, dass Wirkstoffe und Arzneimittel Krankheiten heilen bzw. lindern können, gleichzeitig jedoch durch falsche Applikationen oder eben durch ihre stabile „Chemie“ in die Umwelt gelangen und sich akkumulieren und damit Risiken darstellen für die dortige Flora und Fauna. Selten liegen hier Nutzen und Schaden so nah beieinander und selten sind Entscheidungen für oder gegen einen Stoff hier so schwierig. Dennoch: zumeist gibt es Alternativen, deren Entwicklungen eine nachhaltige Pharmazie heute unbedingt nachgehen sollte.
Auswirkungen des Klimawandels auf die Pharmazie
Die erste Hitzeperiode im Jahr 2026 hat wieder gezeigt, wie wenig sich bisher die Gesellschaft auf extreme Umwelt-Situationen eingestellt hat. Auch die Pharmazie und die Pharmaindustrie müssen sich diesen Herausforderungen stellen. Welche könnten das sein?
- Überprüfung der Kühlketten bei Transport und Lagerung von Tabletten, insbesondere thermisch empfindliche Stoffe, z.B. Schilddrüsenhormone
- Hinweis auf ev. Veränderung einer Dosierung von Tabletten bei Temperaturen in Räumen und außerhalb von über 30 °C (z.B. bei Hypertonie) und auf hitzebedingte Nebenwirkungen
- Kühlboxen in Apotheken einrichten, in denen PatientInnen ihre Medika-mente zwischenlagern könnten
- Ozon und Allergene beeinträchtigen vorallem vulnerable Menschen-gruppen; hier sollten fürsorgliche Konzepte entwickelt werden, z.B.:
- Wasserspender und Abkühlzonen in allen öffentlichen Gebäuden anbringen lassen
In jedem Fall gilt es Konzepte zu erforschen, die eine Klimaanpassung gewährleisten. Und gleichzeitig dafür zu sorgen, das Treibhausgase und persistente Stoffe erst gar nicht in die Umweltkompartimente eindringen können.
Abschlussaufgabe: